Grundangeln in Holland

Grundangeln vom Boot - Grundangler in Holland

Grundangeln oder Grundfischen, beliebte Angelmethode für Fluss, See und Meer

Das Grundangeln oder Grundfischen gehört zu den ältesten bekannten Angelmethoden. Es ist scheinbar einfach und entspricht dem Klischee vom Angeln: einen Wurm auf den Haken ziehen, auswerfen und abwarten. Irgend etwas wird schon beißen.

Aber ganz so einfach ist es nicht, denn es sind mehrere Fragen, die sich der Angler vorher stellen muß. Welche Fischart soll gefangen werden? Wo wird geangelt, im See, im Fluß oder im Meer? Womit soll geangelt werden? Beim Grundangeln werden vor allem Geruchs- und Geschmackssinn der Fische angesprochen. Dem wird durch Köder, Anfütterungsmaterial und Angelstelle Rechnung getragen.

Im See sind Zielfisch und Bodenbeschaffenheit ausschlaggebende Faktoren, denn es ist ein großer Unterschied, ob es z.B. auf Brassen oder Karpfen geht, ob der Untergrund schlammig oder kiesig ist und ob Unterwasserhindernisse vorhanden sind (z.B. Baumstümpfe in Talsperren).

Bei schlammigem Boden sinkt das Blei ein und verhindert, dass der Angler direkten Kontakt zum Köder hat. Im schlimmsten Fall versinkt sogar der Köder. Dem kann aber abgeholfen werden durch flache Bleie, die auf dem Modder aufliegen, durch Mundschnüre, damit nur das Blei einsinkt, der Schnurzug aber gewährleistet bleibt und durch Auftriebskörper, die den Wirbel, in den das Blei eingehängt ist, und den Köder auf der Bodenoberfläche halten.

Kiesiger Boden und Muschelfelder sorgen für starken Abrieb an der Schnur. Geflochtene Schnur ist da schnell beschädigt und verliert ihre Tragkraft, da helfen je monofile Schnüre oder ummantelte geflochtene Schnüre ab.

Die Ködervielfalt ist beim Grundangeln sehr hoch, hier ist der Fantasie fast keine Grenze gesetzt. Wurm und Made sind weiterhin ganz klassische Köder für alle Arten von Weißfischen, Aal, Karpfen und Schleien. Seit vielen Jahren werden speziell beim Karpfenangeln Boilies eingesetzt, die am Haar angeboten werden. Das Haar ist ein kurzes Stück Schnur, auf die der Köder nahe am Haken aufgefädelt wird. Köder und Haken sind somit getrennt. Saugt der Karpfen den Boilie ein, saugt er auch gleich den Haken mit, der dann direkt im Maul fassen kann. Den sehr vorsichtigen Karpfen stört das nicht, ganz im Gegenteil. Weitere Köder sind Kartoffeln, Teig, Hülsenfrüchte u.v.m. Durch gezieltes Anfüttern lockt man die Fische an seine Angelstelle und versucht sie auch dort zu halten.

Im Fließgewässer kann im Prinzip ebenso geangelt werden, strömt es aber zu stark, müssen andere Methoden her, z.B. das Feedern. Dabei wird ein Futterkorb, der von Volumen und Gewicht her der Strömungsgeschwindigkeit angepaßt ist eingesetzt und auf die Hauptschnur aufgefädelt. Wichtig ist es, den Futterkorb immer an der selben Stelle zu plazieren, damit durch das ausschwemmende Lockfutter eine gleichbleibende Futterspur entsteht, die die Fische an den Angelplatz lockt. Zu diesem Zweck kann man auf der Angelschnur eine Markierung anbringen oder die Schnur beim Wurf durch ein Gummiband auf der Rolle stoppen. Zielfische beim Feedern sind neben Rotauge und Brassen vor allem die kampfstarke Barbe.

Im Meer wird unterschieden nach Brandungsangeln und Bootsangeln. Beide erfordern zwar nicht unbedingt unterschiedliche Köder, aber doch unterschiedliche Ausrüstung. Beim Brandungsangeln kommt es darauf an, den Köder gegebenenfalls weit auszuwerfen und durch Wind und Brandung hindurch Kontakt zum Köder zu halten. Dabei kommen lange Brandungsruten zum Einsatz und verschieden schwere Bleie. Die Gewichte können dabei bis über 200 g erreichen. Ist eine kräftige Strömung vorhanden, halten Krallenbleie den Köder an der gewünschten Stelle. Die Krallen bohren sich dabei in den Boden und trotzen der Strömung. Zielfische sind hauptsächlich Plattfische und Dorsche.

Beim Bootsangeln werden kürzere Bootsruten eingesetzt, da sich diese auf einem Kleinboot oder Kutter besser handhaben lassen. Köder sind wie beim Brandungsangeln Wattwürmer, Seeringelwürmer, Garnelen, Muschelfleisch und Fischfetzen. Neben den Fischarten, denen auch beim Brandungsangeln nachgestellt wird, gehen beim Grundangeln vom Boot aus – je nach Angelgebiet – auch Steinbutt, Leng, Katfisch, Seeteufel oder sogar Rochen an den Haken.